Editorial

Das Reich Gottes und die Lüge von Satan  (Graziano Crepaldi)

“Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar. Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus” (Kol. 2:5-8)

Die zentrale Botschaft von Jesus Christus war das Königreich Gottes. Die Bibel lehrt uns: ”…jemand muss von neuem geboren werden, sonst kann er das Reich Gottes nicht sehen” (Joh. 3:3). Wenn Gott unser Leben verändert, dann bedeutet dies nicht, dass wir nun einer neuen religiösen Gruppe zugehörig wurden, sondern wir sind Bürger Seines Königreichs geworden — “Eine heilige Nation!” und “ein auserwähltes Volk,” dass für seine Ziele ausgesondert wurde. Viele Gläubige kämpfen damit, dass Jesus in Wahrheit unser König ist. Sie sehen ihn viel mehr als den König der Herrlichkeit, wenn sie einmal im Himmel sein werden und mangeln noch der Offenbarung, dass er jetzt, in diesem Leben auf der Erde der König unseres Lebens ist. Es ist schwierig, den Versuchungen dieses Lebens zu widerstehen, wenn wir Gott nicht als König in uns regieren lassen (Gal. 5: 16-21)
Gottes Wort lehrt uns, dass das Königreich Gottes ein reales Königreich ist, mit einer Bundesverfassung für seine Bürger, mit Gesetzen und Statuten und sogar einer Königreichsregierung. Dieses Reich hat Christus als regierenden König über die echten Jünger von Jesus, die ihm gehorchen und einmal alle Nationen der Erde mit Jesus mitregieren. “Die ganze Erde ist jetzt zum Reich unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird in alle Ewigkeit herrschen.” (Off. 11:15)

Darum liebt Satan die Religionen, aber hasst das Königreich. Er will nicht, dass die Menschen erkennen, wer sie sind in Christus und welche herrliche Zukunft sie als Söhne und Töchter haben. Wir wissen auch, was der Feind nicht stoppen kann, das versucht er zu imitieren, verwirren und verführen, damit die Wahrheit verdeckt wird und Menschen sich irreleiten lassen, statt Gott, den Vater zu suchen und bei ihm anzuklopfen. Unser Wertesystem wird geprüft wenn wir uns entscheiden, in der Realität des Königreichs mit Jesus als König zu leben. Jesus sagte, dass die falschen Propheten… “wie harmlose Schafe daher kommen, aber in Wirklichkeit gefährliche Wölfe sind…(Mat. 7:15) Johannes sagte, dass der Antichrist und die falschen Apostel unter ihnen gekommen und gegangen sind. Paulus, Petrus und Judas sahen, wie die falschen Lehrer und Propheten kommen werden und warnten die Gemeinde eindringlich, damit sie nicht verführt würden. In der Offenbarung sah Johannes, was nach den falschen Propheten und der falschen Gemeinde mit der Welt passieren wird.
 
In den letzten Jahren sind uns an den verschiedensten Orten in der Welt folgende, sehr überzeugende Lügen Satans aufgefallen:

1. Die Hyper-Grace Lehre (Hypergnade)
Der Begriff Hypergnade steht für eine neue Welle von Lehre, die die Gnade Gottes hervorhebt und dabei aber andere wichtige Lehren wie Sündenbekenntnis und Umkehr auslässt. Lehrer der Hypergnade vertreten den Standpunkt, dass alle Sünde in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schon vergeben ist und deshalb der Gläubige sie nicht mehr bekennen muss. Das Resultat davon ist, dass wir nicht mehr direkt an die Lehren von Jesus gebunden seien, genauso wenig, wie wir noch unter dem  Gesetz  seien; und jeder,  der  dieser Lehre widerspricht, sei ein pharisäischer Gesetzicher. Dies ist eine der gefährlichsten Lügen, die den Leib Christi weltweit attackiert, denn die Gnade Gottes wird als Freipass für ein un-moralisches Leben gebraucht. “Ich sage das, weil einige gottlose Leute sich bei euch eingeschlichen haben und behaupten, wir könnten die Vergebung Gottes dazu miss-brauchen, ein zügelloses Leben zu führen. Das Schicksal dieser Menschen ist längst besiegelt, denn sie haben sich gegen unseren einzigen Herrn und Herrscher, Jesus Christus, gewandt.”(Judas 4) Ohne Zweifel lieben auch diese Menschen Jesus, aber sie haben ganz einfach die Wahrheit mit Lüge vermischt. Natürlich vergibt Jesus alle unsere Sünden, aber Sünde, die wir vorher bekennen und uns davon abkehren. Es wäre völlig falsch, wenn wir denken, dass wir unsere Sünden nicht mehr vor ihm bekennen und von dem falschen Weg umkehren müssten, weil wir sonst seine Gnade nicht angenommen hätten. Paulus sagt es klar: “Heisst das, dass wir weiter sündigen sollen, damit Gott Gelegenheit hat, uns noch mehr Gnade zu schenken? Natürlich nicht! Wenn wir für die Sünde tot sind, wie können wir da weiter in ihr leben?” (Röm.6:1,2)
Viele Leute führen ein Leben voller Kompromisse mit der Welt und versuchen ihr Gewissen durch die Lehre der Hyper-Gnade zu beruhigen. Sie haben sich verführen lassen und haben die wunderbare Freiheit eines geheiligten Lebens für die Fesseln des Humanismus eingetauscht. Für diese Menschen gilt: “Nun kehrt euch ab von euren Sünden und wendet euch Gott zu, damit ihr von euren Sünden gereinigt wer-den könnt. Dann brechen herrliche Zeiten an…”(Apg. 3:19,20)

2. Strotzende Gesetzlosigkeit und bündnis-freie Beziehungen
Gesetzlosigkeit durchdringt unsere Gesellschaft von den höchsten Regierungsebenen bis hinab in die kleinsten Vororte unserer Städte. Wir beobachten eine ungeheure Attacke auf Ehebündnisse und gesunde Freundschaften. Unsere Nationen und Familien sind nicht mehr um die biblischen Wahrheiten herum vereint und wir müssen mit Elementen zusammen le-ben, die überhaupt nicht mehr das Königreich Gottes widerspiegeln. Gesetzlosigkeit - oder sich gegen das Gesetz richten, ist eine Form der Rebellion gegen Gottes Autorität und viele Gläubige und Gemeinschaften haben dies als Lebensstil übernommen. Viele haben geistliche Leiterschaft und Bündnisbeziehungen abgelehnt und meinen, nun frei zu sein. Aber Tatsache ist, dass Jesus uns nicht befreit hat, damit wir sündigen, sondern er hat uns von der Sünde befreit! “Gott zerstörte die Herrschaft der Sünde über uns, indem er seinen Sohn stellvertretend für unsere Schuld verurteilte. Das tat er, damit die gerechten Forderungen des Gesetzes durch uns erfüllt würden und wir uns nicht länger von unserer menschlichen Natur, sonder vom Geist Gottes leiten lassen.”(Röm.8:3b-4)  Falsche Lehren lassen die Tatsache ausser Acht, dass Jesus uns dazu beruft, über die Forderungen des Gesetzes hinaus zu gehen. Ein Beispiel dazu finden wir in Mat. 5:27-30, wo er erklärt, dass Ehebruch schon im Herzen beginnt und nicht erst, wenn er ausgelebt wird. Unser sündhaftes Fleisch ist das Problem und es bringt uns auf Wege, die wir nie gehen wollten. Die Sünde kostet uns mehr als wir je bezahlen wollten und sie verspricht uns alles und am Ende gehen wir lehr aus. Dieses Jahr studieren wir in unseren Hausgemeinden die Gebote von Jesus. Christus ist nicht nur unser Retter und Heiler, aber auch der amtierende König, der in seinem Königreich Verordnungen und Gesetze hat, so wie dies jeder Staat auf dieser Erde hat und braucht. Dieses Gesetz meint Paulus, wenn er sagt: “…ich bin ja an das Gesetz gebunden, das Christus uns gegeben hat. (1. Kor. 9:21) Das letzte Gebot, das Jesus gegeben hatte, ist: “…lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.” (Mat. 28: 20) Die radikalen Botschaften von Christus sind von vielen Gläubigen als oberflächliche und emotionale Vorschläge degradiert worden und die Christenheit driftet mehr und mehr in praktizie-rende Gesetzlosigkeit und Herrschaftslosigkeit ab. (Geistliche Anarchie).

3. Das Wohlstandsevangelium
Die Botschaft, die in einigen der grössten christlichen Gemeinden gepredigt wird, hat sich von einem Evangelium des Königreichs in ein Wohlstandsevangelium verändert. Diese Lehre basiert auf den Werten von körperlicher Gesundheit, materiellem Reichtum und persönlichem Glücklichsein. Die Prediger des Wohlstandsevangeliums lehren ihre Nachfolger, für materiellen Segen von Gott zu beten und diesen Segen sogar einzufordern. Diese Philosophie reflektiert die Idee der persönlichen Freiheit, Eigenständigkeit und Individualismus des “Amerikanischen Traums”. Sind wir uns denn so sicher, dass diese Ideologie wirklich die Lösung bringt für die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit? Ist diese “positive Bekenntnis-Theologie” die Antwort, die Jesus an diese Welt gibt? Leider haben viele christliche Leiter, die auf einen finanziellen Durchbruch warteten, diese Botschaft aufgenommen und predigen finanziellen Profit durch Jesus, was Paulus aufs schärfste verurteilt: “Solche Menschen haben ein verdorbenes Denken und kennen die Wahrheit nicht. Für sie ist das Leben mit Gott nur ein Mittel, sich zu bereichern.” (1. Tim. 6:5) Im Rahmen des Bundes hat Gott seinem Volk für seinen Gehorsam materiellen Reichtum und Wohlergehen versprochen (5. Mose 28: 1-13) In den Sprüchen und Psalmen wird finanzieller Reichtum mit Grosszügigkeit, harter Arbeit und gottgefälligem Leben durch Glauben verbunden. (Psalm 112) Im neuen Testament gibt Jesus ebenfalls spezifische Verheissungen dazu weiter: “Gib und es wird dir gegeben.” (Lk. 6: 38) Er warnte vor folgenden Dingen:”Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde an… (Mat. 6: 19-24) “Nehmt euch in Acht! Begehrt nicht das, was ihr nicht habt. Das wahre Leben wird nicht daran gemessen, wie viel wir besitzen.” (Luk. 12:15) Jesus ist nicht gestorben, um uns reich zu machen, sondern um uns von unserer Verlorenheit zu retten. (Matt. 1:21) Paulus erklärt das Prinzip von Saat und Ernte (1. Kor. 9;2. Kor. 8-9;Phil. 4:11-19) Er schreibt an Timotheus: “Deshalb wollen wir zufrieden sein, solange wir nur genug Nahrung und Kleidung haben. Menschen, die reich werd-en wollen, geraten nur in Versuchung und verstricken sich in so  viele dumme  und schädliche Wünsche, dass sie letztlich ins Verderben und in ihren eigenen Untergang stürzen.   Denn  die  Liebe  zum  Geld  ist  die Wurzel aller möglichen Übel; so sind man-che Menschen aus Geldgier vom Glauben abgewichen und haben sich selbst viele Schmerzen zugefügt.” (1. Tim. 6: 8-10)
Mit anderen Worten, Gott hat nichts dagegen, dass wir Geld besitzen, aber das Geld darf nicht uns besitzen. “Hat Gott nicht besonders die Armen in dieser Welt dazu erwählt, im Glauben reich zu sein? Sie werden das Reich Gottes erben, das er denen versprochen hat, die ihn lieben.” (Jak. 2:5)

4. Menschenvergötterung und Personenkult
Falsche Religionen beginnen oft dort, wo Menschen den Platz von Gott einnehmen. Paulus predigte den Römern das Evangelium, indem er zuerst bei Gott anfing und dann zum Menschen kam. In seiner Lehre wurde unmissverständlich klar, dass Gott heilig und gerecht ist und wir Menschen nicht - sondern unter seinem Gericht stehen und deshalb seine Gnade brauchen, die durch das Kreuz kommt. Besonders in unseren westlichen Ländern wird das Evangelium oft ganz anders gepredigt. Anstatt dass es in erster Linie um Gott geht, stehen vor allem die Menschen und ihre Bedürfnisse im Zentrum. So wie wir von unserer Kultur geprägt worden sind, dass alles immer besser werden soll, so lehren diese Leiter, dass Christus gekommen ist, um uns ein besseres Leben zu ermöglichen. Jesus predigte seinen Jüngern aber etwas ganz anderes: “Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren, aber wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. (Matt. 16:24,25)
In der Welt des Sports, Politik, Wirtschaft, Me-dien und auch in der christlichen Gemeinde weltweit ist der Personenkult stärker denn je. Menschen beten ihre Idole an und setzen ihre Hoffnung auf sie. Christen strömen zu bekannten Pastoren und Diensten in der ganzen Welt, anstatt dass sie Gott suchen. Nach anfänglicher Euphorie kühlt die Begeisterung dann ab und wenn sie nicht bald einen neuen Dienst anbeten können, fallen sie in ihr altes, selbstzentriertes Leben zurück. “Wenn jemand euch sagt:”Schaut her, hier ist der Christus oder da ist er, beachtet ihn nicht.” (Matt. 24:23) Wenn wir uns so daran gewöhnen, Menschen nachzulaufen und sie anzubeten, dann wird es der Antichrist einmal sehr einfach haben, seine Herrschaft aufzubauen. 

5. Die Autorität von Gottes Wort wird in Frage gestellt
Im Garten Eden begann die Schlange ihren Angriff damit, die Gültigkeit des Wortes Gottes zu hinterfragen: “Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr keine Früchte von den Bäumen des Gartens essen dürft?” (1. Mo. 3:1) Die Schlange verdrehte das Wort Gottes und ihre Herausforderung war: “Hat Gott dies wirklich gesagt…?” und in Vers 4: “ihr werdet nicht sterben…” Leider geschieht dies auch in unserer Zeit und es wird uns überall einsuggeriert, dass die biblischen Texte nicht zuverlässig sind und die Geschichte von Jesus, wie wir sie im Neuen Testament lesen, nicht vollständig sei.
Viele Menschen versuchen die Werte des Königreichs von Jesus an ihren zerbrochenen Lebensstil anzupassen, anstatt sich in Seine Ordnungen einzufügen. Sie sind damit beschäftigt, all die Gebote von Jesus, die sie nicht einhalten wollen, zu umgehen, damit ihre Lebensweise und ihre egoistischen Wünsche nicht beschnitten werden. Wenn dies nicht gelingt, diskriminieren sie die Überbringer dieser Botschaft und sogar Gottes Wort wird durch komplizierte, an den Haaren herangezogenen Interpretationen entkräftet. Doch Tatsache ist, dass sich die Heilige Schrift unseren Gefühlen immer wieder in den Weg stellt und wir aufgefordert sind, alles in dieser Welt, als weniger wichtig anzusehen und den Willen Gottes zu tun, auch wenn uns dies etwas kostet. Sein Wille soll geschehen und seine Ordnungen eingehalten werden, was schlussendlich auch das Beste für uns ist und wir gute Früchte davon ernten werden. Gottes Aufforderung an uns: “Füge seinen Worten nichts hinzu, damit er dich nicht zurechtweist und du als Lügner dastehst.” (Sprüche 30:6) und Johannes warnt uns:
“Und wenn jemand irgend etwas von den prophetischen Worten dieses Buchs weg-nimmt, wird Gott ihm seinen Anteil am Baum des Lebens und an der Heiligen Stadt wegnehmen, die in diesem Buch beschrieb-en werden.” (Off. 22: 19)

6. Christlicher Mystizismus und New Age in der Gemeinde
In den letzten Jahren haben wir eine starke Zunahme an Mystizismus und New Age innerhalb und ausserhalb der christlichen Gemeinde beobachtet. Viele Menschen suchen eine mystische Erfahrung mit Gott und es war schon immer ein populärer Trend, von anderen Religionen das zu holen, was man gerne im eigenen Glaubenssystem hätte. Dies beobachten wir innerhalb bestimmter Gruppen, die Meditation, Yoga und andere mystische Praktiken verchristlichen und in der Gemeinde anwenden. Es schockiert uns, dass viele ernsthafte Gläubige ihren Ruf vernachlässigen, Menschen zu Jüngern zu machen und stattdessen Trance Erfahrungen, Astralreisen und Begegnungen mit Engeln suchen; Prophetische Tatoos machen und die Salbung von Toten auf deren Gräbern “heraussaugen”. Paulus könnte klarer nicht sein: “Ich kann es nicht fassen, dass ihr euch so schnell von Gott abwendet, der euch in seiner Gnade zum ewigen Leben berufen hat, das er den Menschen durch Christus schenkt. Schon folgt ihr einer anderen, fremden Lehre, die als gute Botschaft daherkommt und es doch nicht ist. Ihr lasst euch von Leuten täuschen, die die Botschaft von Christus verfälschen. Verflucht sei jeder Mensch — und das gilt auch für mich —, der eine andere Botschaft verkündet als die, die wir euch gepredigt haben. Und käme ein Engel vom Himmel und verkündete euch eine andere Botschaft: Er soll in Ewigkeit verflucht sein. Ich sage es noch einmal:Wenn irgendjemand eine andere Botschaft weitersagt als die, die ihr an-genommen habt, dann soll Gottes Fluch ihn treffen.” (Gal.1:6-9) Und wieder warnt er seine Jünger:“Denn es kommt eine Zeit, in der die Menschen nicht mehr auf die gesunde Lehre  hören werden. Sie werden sich von ihren eigenen Wünschen leiten lassen und immer wieder nach Lehrern Ausschau halten, die ihnen sagen, was sie gern hören wollen. Die Wahrheit werden sie ablehnen und stattdessen seltsamen Fabeln folgen.“(2.Tim.4:3,4) Wir sind überzeugt, dass viele Menschen nie richtig verstanden haben, wie kraftvoll es ist, zum Königreich Gottes zu gehören, aber wenn sie das zu erfassen anfangen und die Botschaft des Königs immer mehr in ihrem Leben umsetzen, wird es kein Bedürfnis, keine Zeit und keinen Wunsch mehr nach einem anderen Evangelium geben.  

7. Die Lehre über die Hölle fehlt
In Gottes Wort lesen wir, dass Jesus sehr klar über die Hölle und das kommende Gericht spricht. Die Ausdrücke, die er braucht, sind stark: “das Feuer der Hölle, Menschen, die weinen und heulen und mit den Zähnen knirschen…” (Mat.8:12) Er lehrte (seine Jünger!): “Besser, du verlierst einen Körper-teil, als dass dein ganzer Körper in die Hölle geworfen wird.”(Mat.5:29,30) Wenn wir ein einseitiges Evangelium predigen - die Liebe und Gnade Gottes betonen, aber seinen Zorn über die Sünde und seine Gerechtigkeit ignorieren, sind wir nicht mehr in der Wahrheit. Warum warnen uns viele Schreiber des Neuen Testamentes immer wieder vor dem kommen-den Zorn Gottes? (Eph. 5:1-6) Kann es sein, dass unser liebender, himmlische Vater sich um die Zukunft seines Volkes sorgt und nicht will, dass jemand verloren geht und gestraft wird, weil Seine gute Botschaft abgelehnt wurde? Jesus wird bei seiner zweiten Wiederkunft auf die Erde als mächtiger König mit einem Schwert kommen, bereit um die Völker zu schlagen.(Off.19:11-16) und die Bibel warnt uns ausdrück-lich vor dem grossen, weissen Thron des letzten Gerichts.(Off.20:11-15) Es ist verführerisch, wenn christliche Lehrer das Thema der Hölle aus ihrer Botschaft entfernen und somit das wahre Ende unserer Geschichte verdecken!

8. Falsche apostolische Fundamente
Wir sind in eine Zeit von grossen Herausforderungen, Unsicherheiten und wackligen Strukturen gekommen und die Gemeinde braucht dringend apostolische und prophetische Fundamente (Eph.2:20) und Männer mit dieser Berufung, die die Gemeinde in die nötige Veränderung führt. Jesus gab den Aposteln die Schlüssel zum Königreich und erklärte ihnen, wie alles auf Christus hinführte. (Luk.24:27). Er gab ihnen den Heiligen Geist, um sie weiterhin in alle Wahrheit zu führen. “Und Gott hat in die Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede.” (1.Kor.12:28) Die Apostel sind im Leib Christi zuerst, weil etwas gebaut werden muss. Propheten kommen als zweites, weil das, was gebaut worden ist, durch den Geist funktionieren soll, der momentanen Situation der himmlischen Versorgung und Strategie angepasst. Ohne Apostel würden die Propheten sich auf den Fluss vom Himmel ausrichten, ohne eine klare Vorstellung, wofür die himmlische Versorgung gegeben wurde und wie sie auf Erden umgesetzt werden soll. Ohne die Propheten würden die Apostel weiterhin bauen, aber ohne die himmlische Versorgung und Strategie. Apostel sind die Bauherren und Propheten die Designer (Gestalter). Dieses Team funktioniert leider oft nicht zusammen, weil Apostel ihre Arbeit nicht durch die Propheten “behindern” lassen wollen und die Propheten haben schreckliche Angst, von unreifen Aposteln dominiert zu werden. Die Gemeinde muss dringend falsche apostolische Fundamente erkennen und die Früchte von falschen Aposteln und Propheten unterscheiden können. “du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind es nicht und hast sie als Lügner befunden…”(Off.2:2)

9. Überbetonung der charismatischen Erweckungslehre
In Zeiten der geistlichen Wüste begannen Gemeinden von fast allen Denominationen für Erweckung und geistliche Erneuerung zu beten. Der aufmerksame Leser des Neuen Testamentes wird aber bemerkt haben, dass Jesus nie für Erweckung gebetet hat - nicht ein einziges Mal! Jesus brachte Erweckung überall wo er hinkam und lehrte seine Jünger: “Die Ernte ist gross, doch die Zahl der Arbeiter ist klein. Betet zum Herrn, der für die Ernte zuständig ist und bittet ihn, mehr Arbeiter auf seine Felder zu schicken.” (Luk.10:2) Dieses kraft-volle Gebet ist ein Ruf und eine starke Ermahnung (besonders an die Männer), aktiv zu werden im Königreich und es ist ferne davon, Gott anzuflehen für etwas, das wir nicht selber bereit sind, zu tun. Gott braucht treue Mitarbeiter, die bereit sind, den Dienst von Jesus weiterzuführen, die Nachbarn zu erreichen, die Bedürftigen zu versorgen, unsere Häuser für die zu öffnen, die das Evangelium noch nie gehört haben und diejenigen zu lieben, die schwer zu lieben sind. Viele sensationelle und emotionale Treffen, die die Manifestationen im Fokus ha-ben, bringen wenig oder keine Frucht. Viele Gläubige investierten viel Geld und Ressourcen auf ihrer Pilgerreise zu den Erweckungsorten in der ganzen Welt mit der Hoffnung, ein Stücklein Segen mit nach Hause zu bringen und haben doch keinen wirklichen Durchbruch erlebt. Jesus lehrt uns: “Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du allein bist, schliess die Tür hinter dir und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, belohnen.”(Mat.6:6) Erweckung beginnt im Stillen, zu Hause, wenn wir das Königreich Gottes vor allem anderen suchen und bereit sind, Jesus zu gehorchen!

10. Mangelhafte Vision für Jüngerschaft
In Mitten der verschiedenen Strömungen in unserer Zeit sind wir mit der Frage konfrontiert: Was bedeutet es, ein wahrer Jünger von Jesus zu sein? Warum vermissen wir geistliche Väter und Mütter? In der Jüngerschaft geht es darum, unseren Lebensstil mit dem von Jesus in Übereinstimmung zu bringen und so ein Vorbild für andere zu werden. Paulus sagt: “Ihr solltet meinem Beispiel folgen, so wie ich Christus folge.”(1.Kor.11:1) In der Jüngerschaft geht es um den Prozess, in dem ein reiferer  Jünger  von  Jesus  eine  andere Person
begleitet, sein Potential erkennt und ihn durch ein intensives Training in seine Berufung hineinführt.“Geht und macht zu Jünger ”(Mat.28:19) - dies ist die Mission, die Jesus uns gegeben hat. Dieser Auftrag ist nicht mit der Bekehrung abgeschlossen aber führt in die Nachfolge. Wahre, echte Jüngerschaft ist die Grundlage jeder gesunden Gemeinde. Wenn der DNA eines Jüngers nach der Bibel geformt ist, dann wird die Gemeinde gesunde Mitglieder haben und dadurch eine gesunde  Gemein-de sein. Ohne Jüngerschaft wird die Geburt und Entwicklung der geistlichen Babies behindert. Die Gemeinde leidet heute unter dem Mangel an Jüngerschaft und wenn man zusieht, wie Gläubige in nur ein bis zwei Generationen von Gott abgefallen sind, wird diese Tatsache umso dringender. Viele sind im Allgemeinen damit einverstanden, doch ziehen sie sich aus der Sache mit vielen Entschuldungen: “wir haben keine Zeit für Jüngerschaft, es braucht zu viel Energie, es bringt kein Geld, wir können uns nicht verpflichten dazu, wir werden vielleicht abgelehnt oder Menschen werden uns enttäuschen, wir singen lieber Lieder, wir haben gerne normale Gottesdienste, wir werden es tun, wenn Gott es uns sagt, wir warten auf einen echt reifen Leiter, der es uns richtig zeigt,…” Kannst du das Problem sehen?

11. Stärker werdender Nationalismus und verschiedene Sichtweisen über Israel
Viele Nationen in der Welt, die ihr Fundament in biblischen Werten hatten, haben sich immer weiter von der Botschaft des Königreichs entfernt. Die damit zusammenhängenden   Auswirkungen sind in verschiedenen Bereichen, wie z.B. der im Staat herrschenden sozialen Ungerechtigkeiten sichtbar geworden. Die westliche Gesellschaft ist im Zerfall, was mit wirtschaftlicher Schwäche einhergeht und ein beunruhigendes Wachstum an Nationalismus hervorbringt. Gott liebt jede ethnische Volksgruppe und will ihr Wohlergehen aber der Nationalismus ist eine moralische Lehre, die die Menschen zu Egoismus führt und selbstzentrierte Ziele anstrebt und den eigenen Vorteil sucht.  Dies ist die unterliegende Motivation von vielen Konflikten und Kriegen in der Welt. Politische Leiter fördern oft ihr genetisches, religiöses oder sprachliches Erbe anstatt Werte und Ideale zu bringen, die dem Staat wirklich nützlich sind. Der weltweite Aufschwung des Nationalismus hat auch die Gemeinde nicht unberührt gelassen, was seit der Zeit von Konstantin sichtbar ist. Die Kirche ritt das Pferd des Kolonialismus, um ihr Evangelium zu verkaufen, was viele christliche Gruppen immer noch tun, indem sie ihre Nationalflagge an vielen Orten aufrichten. Der Kolonialismus ist ein Kind des Nationalismus, in dem der Stolz und Egoismus einer Nation sich über andere Nationen stellt und sie einnimmt, um die eigenen Interessen zu erreichen. Gerade diese Haltung und der politische und wirtschaftliche Dominionismus (Imperialismus) hat in vielen Ländern Afrikas und Asiens grossen Schaden angerichtet und alle - auch wir - bezahlen den Preis für diese Sünde. Dies ist weit entfernt von der Botschaft des Königreichs Gottes, die Jesus den Nationen gebracht hat, als “Jesus die Stadt vor sich liegen sah, begann er zu weinen. ”Wie sehr wünschte ich, du würdest noch heute den Weg des Friedens finden.”(Luk.19: 41,42) und als er sagte:”Die grösste Liebe beweist der, der sein Leben für die Freunde hingibt.”(Joh.15:13). Der Apostel Paulus machte klar, “…unsere Heimat ist der Himmel, wo Jesus Christus, der Herr, lebt.”
Eine weitere Herausforderung in unserer Zeit ist die Frage, welche Position sollte ein Jünger Jesu gegenüber Israel einnehmen. Gläubige schwingen zwischen Hass und Eifer-sucht gegen die Juden bis hin zu einer extremen, religiösen und beinahe grenzenlosen Verehrung Israels, welche Christen dazu bewegt, die jüdischen Traditionen mit Jesus gleich-zustellen. Beide Extreme sind sehr unbiblisch und bringen unnötige Verwirrung und Streitereien unter Gläubigen. Es gibt keinen Zweifel an Gottes Liebe für Israel und seine Aufforderung, “Betet um Frieden für Jerusalem!”(Ps.122:6) Im Neuen Testament sagt Paulus: “Lasst euch deshalb von niemandem verurteilen, nur weil ihr bestimmte Dinge esst oder trinkt oder weil ihr bestimmte Feiertage, religiöse Feste oder Sabbate haltet oder nicht haltet. Denn diese sind nur ein Schatten des Zukünftigen. Die Wirklichkeit aber ist Christus selbst.”(Kol. 2:16,17) und wir sollten nicht vergessen, dass “Christus, unser Passalamm, ist für uns geopfert worden. ”(1.Kor.6:7)

12. Die moderne Toleranz und die Einweltreligion
In den Medien, Institutionen und lockeren Unterhaltungen ist das Wort “Toleranz” sehr wichtig geworden. Zeitungen und TV Shows sind voll mit Aufrufen nach einer toleranteren Gesellschaft. Der Druck, mehr persönliche Toleranz zu praktizieren, ist auch auf dem Einzelnen, und viele fühlen sich schuldig, dass sie die jüngsten verrückten Trends und sozialen Veränderungen unserer Gesellschaft nicht gutheissen können. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen der Welt und der biblischen Definition von Toleranz. Im Wörter-buch lesen wir über Toleranz: “Duldsamkeit, ein Gelten -und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten” Im Wort Gottes besteht die wahre Toleranz aus einer Herzenshaltung von Geduld, Freundlichkeit, Ausdauer und Nachsicht gegen-über andern. Die moderne Toleranz behauptet, dass alle Meinungen gleichwertig sind und dass es keine absolute Wahrheit gibt. Die moderne Toleranz sagt auch, dass jedes Verhalten in der Gesellschaft als normal akzeptiert werden muss. Egal wie abweichend oder widersprüchlich jemandes Weltanschauung auch ist, wir sollten sie alle akzeptieren und unseren Werten gleichstellen. Wenn wir Islam, Homosexualität und Abtreibung nicht akzeptieren, werden wir als intolerante Menschen angesehen. Viele christliche Leiter haben ihren Fokus auf die absolute Wahrheit und Autorität der Bibel verloren. Immer wieder treffen wir humanistische Gläubige, die in diesen Fragen keine Stellung be-ziehen und es vorziehen, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen und Kompromisse in ihrem Glaubensleben zu machen. Wir sind aber aufgerufen, in jedem Bereich unseres Lebens die Autorität Gottes anzuerkennen und für die Werte des Königreichs einzustehen: “Macht Christus zum Herrn eures Lebens. Und wenn man euch nach eurer Hoffnung fragt, dann seid immer bereit, darüber Auskunft zu geben, aber freundlich und mit Achtung für die anderen.”(1.Pet.3:15,16a) Wusstest du, dass im letzten Jahr viele evangelische Gruppen und Top Repräsentanten vieler Weltreligionen sich im Vatikan verbunden haben? Eine weitere Irrlehre besteht darin, dass sich Gott in den verschiedenen Völkern und Kulturen auf ganz unterschiedliche Art und Weise offenbart habe und deshalb alle Religionen den selben Gott anbeten, dabei einfach verschiedene Namen für Gott gebrauchten. Diese Auffassung hat christliche Leiter von liberalen Organisationen dazu verleitet, dass sie missionarische Aktivitäten als arrogant und anti-kulturell verurteilen. Die Bibel lehrt uns, dass diese Leiter einmal erfolgreich sein werden in der Zeit, wenn der Antichrist seine Weltherrschaft und Weltreligion aufrichten wird und “Es hatte alle Macht des ersten Tieres und brachte alle, die dieser Welt angehören, dazu, das erste Tier anzubeten, dessen tödliche Wunde geheilt worden war. (Off.13:12)

Ungesunde und gefährliche Lehren können auf verschiedenen Wegen in die Gemeinde eindringen. Eine biblische Wahrheit kann durch das Auslassen von anderen biblischen Wahrheiten gelehrt werden oder sie wird hervorgehoben und dadurch in übertriebener Weise überbetont. Oft werden biblische Warnungen ignoriert oder so radikal uminterpretiert, dass sie ihre Botschaft verloren haben und Mensch-en in Verwirrung und Entmutigung zurück lassen. Die Botschaft des Königreichs ist die beste und herrlichste Nachricht, die uns Frieden, Ziel und echte Erlösung bringt. Diese wunderbare Gabe erhalten wir, wenn wir von unserem sündhaften Leben umkehren und zu wahren Jüngern von Jesus werden. Wir sind aufgefordert, “Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wir euch das alles zufallen.”(Mat.6:34) und “Denn es macht eurem Vater grosse Freude, euch das Reich Gottes zu schenken.”(Luk.12:32)


© Life Share Network 2017