Editorial

Der Wiederaufbau unserer Nationen mit den Prinzipien des Königreichs in der Covid-19-Krise (Graziano Crepaldi)

Wissen wir, was Gott uns in dieser Krise sagen will? Sind unsere Gemeinschaften bereit für die Zeit der Not und der Verfolgung? Wie können wir nach himmlischen Plänen bauen? Sind MP4-Predigten und Konzerte die einzige Möglichkeit, Menschen zu Jüngern zu machen? Was tun wir, wenn unsere Götzen (einschließlich der Religion) ins Abseits gesetzt werden? Sind wir auf die nächste Herausforderung vorbereitet?

Das sind die Fragen, die immer wichtiger werden, während Europa seine jüngste Coronavirus-Krise bekämpft. Trotz der Bemühungen, den Ländern dabei zu helfen, ihr "normales Leben" zurückzugewinnen, fühlen sich viele Leiter und Behörden hilflos und unzulänglich, Lösungen für die heutigen Probleme zu finden. In diesen Tagen hörten wir viele Menschen, die hofften und beteten, dass Gott unsere Welt in den Januar 2020 zurückversetzt, bevor "die Hölle auf Erden losbrach". Erinnern wir uns noch daran, wie unsere Nationen damals aussahen? War Europa zu dieser Zeit politisch stabil? Wie stand es um die Wirtschaft und die Gesundheit? Waren unser Ernährungsplan und unser Immunsystem in einem makellosen Zustand? Wie steht es um unsere Kirchen und lauten christlichen Gruppen? Haben wir das Bild Christi widergespiegelt und unsere Gesellschaft in vergangenen Jahren durch die Botschaft vom Reich Gottes verwandelt gesehen? Ist uns bewusst, dass weltweit seit Beginn dieses Jahres mehr als 100'000 Menschen Selbstmord begangen haben, dass 400'000 Menschen an HIV/Aids, 600'000 an Alkohol und mehr als 1'200'000 an den Folgen des Rauchens gestorben sind und 10 Millionen Menschenleben durch Abtreibung getötet wurden? Leider müssen wir anerkennen, dass Covid-19 keine wirklich neuen Probleme mit sich brachte, sondern lediglich bestehende Problematiken noch verschärft hat, die in unserem Leben, in unseren Nationen und in unseren Kirchen bereits seit langem da waren. Viele möchten unbedingt herauszufinden, wer und was wirklich hinter der neuen Pandemie steckt und vergessen dabei zu fragen, was eigentlich unser himmlischer Vater uns in dieser wichtigen Zeit sagen möchte. Viele Propheten und Pastoren sind so sehr damit beschäftigt, "Gott zu beschützen" und wurden zu seinen persönlichen Sprechern, um sicherzustellen, dass die Menschen das religiöse System nicht aufgeben und ihren Glauben nicht verlieren! In Wirklichkeit sagte uns die Bibel aber, "wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen." (Apg. 14,22).

Diese Dinge müssen geschehen!
Gott hat uns in Seinem Wort deutlich gelehrt, wie wir mit Krisen und schwierigen Zeiten umgehen sollen. In Mt. 24,1 beschloss Jesus, den Tempel und die religiösen Traditionen (und diesen Virus) lange vor der Corona Zeit zu verlassen. "Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind" (Apg 7,48). Die Jünger waren so schockiert und verwirrt über das, was Jesus sagte, dass sie denken mussten, die Welt sei am Ende. Sie fragten: "Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?" (Mt 24,3). Der Rat Jesu war: "... Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen." (Mt 24,6-8). Zu diesem Zeitpunkt schickte Jesus ihnen keine Verschwörungsvideos, er sagte ihnen nicht, sie sollten ihre Gitarre nehmen und vom Balkon aus ein Anbetungslied singen, er appellierte nicht an ihren Nationalgeist, er konfrontierte nicht die Dämonen hinter dem Virus und gab ihnen keine 10 Punkte, wie sie in ihren Kirchen (Tempel) ohne Programme überleben können. Die Erklärung Jesu war sehr einfach, direkt und trotzdem sehr unklar... Solche Dinge müssen geschehen! Ja, du hast richtig verstanden... Manchmal gibt Gott uns keine klare Antwort, weil er uns keine Rechenschaft darüber ablegen muss, was in dieser verrückten Welt geschehen darf und was nicht! Gott ist keinem Menschen etwas schuldig!

Seien wir uns der falschen Propheten bewusst
In vs. 11-13 gab uns Jesus eine Warnung, die für die heutige Situation wichtig ist... "Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden". Jesus scheint mehr über das Virus des Bösen und den Mangel an Liebe besorgt zu sein, der unsere Herzen krank macht, als über Katastrophen, die uns beunruhigen. Er wusste, dass das Problem unserer Gesellschaft von der Wurzel her angegangen werden muss. Das Gegenmittel (Pharma) wird dringend gebraucht, das Gott am Kreuz kostenlos angeboten hat und welches uns echtes Leben bringt. Jesus will nicht, dass wir mit falschen Prophezeiungen verwirrt werden. Ich muss zugeben, dass ich viele Jahre lang dachte, dies sei nicht so relevant, bis der Coronavirus kam, und wir Hunderte von Botschaften erhielten, die von den Prinzipien des Königreichs wegführen. In diesen Wochen sahen wir viele Menschen, die entweder passiv oder überaktiv und religiöser als zuvor geworden sind, weil sie an die falsche Botschaft glauben. Im Alten Testament kam die größte Herausforderung für Nehemia auch von falschen Propheten (Neh. 6,10-14). Diese falschen Freunde versuchten ihn im Namen Gottes zu überzeugen, seine Projekte einzustellen und sich im Tempel zu verstecken! Dieses Ereignis erinnert mich an zahllose Situationen in den letzten Jahren, in denen wir hart daran gearbeitet haben, viele zu trainieren, um andere zu Jüngern zu machen, die wiederum selber andere zu Jünger machen. Aber leider wurden wir immer wieder von Leitern und Fürbittern aufgefordert, diese Arbeit einzustellen, weil das, was wir taten, ihrer Meinung nach zu gefährlich für das Volk Gottes war und sie all ihre Ressourcen für große Gebets- und "Anbetungs"-Veranstaltungen einsetzen mussten! Wir lieben das Gebet und die Gebetsbewegungen, aber wenn wir das Leben von Nehemia beobachten, stellen wir fest, dass er ein Mann war, der Gebet in Taten umsetzte (Neh. 2,5). Natürlich sollen wir prophetisch beten und hören, aber wir müssen unsere Bitten auch in praktische apostolische Handlungen umsetzen. Dies sind die wahren apostolischen und prophetischen Grundlagen der Gemeinde (Ekklesia) Christi (Eph. 2,19).    
 
Standhaft im Sturm
Jesus wollte sicher stellen, dass seine Jünger auch im Sturm bestehen konnten und ihr Vertrauen in ihn behalten würden. Er predigte kein Evangelium des Wohlstands, aber er sagte ihnen: "Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." (Johannes 16,33). In diesen Wochen erhielten wir die Berichte aus Italien von mehreren Menschen (darunter Ärzte und Krankenschwestern), die sich in dieser schwierigen Zeit Gott zugewendet haben und einige von ihnen führten nur wenige Stunden, nachdem sie selbst in das Königreich gekommen sind, andere zu Christus! Ein Krankenhaus wurde (ohne Bestechungsgelder und Bürokratie) in wenigen Wochen gebaut und in Betrieb genommen, obwohl dies in Italien normalerweise mindestens 10 Jahre dauern würde! Einige neue Unternehmen wurden von einfachen Leuten gegründet, die, anstatt sich über die Schwäche der Regierung zu beschweren, beschlossen, mit kreativen Ideen wertvolle Lösungen für die heutigen Probleme zu finden. Natürlich mag keiner von uns Stürme und die vielen Opfer sind tragisch aber wir müssen sagen, so langsam mögen wir das, was aus diesem Sturm herauskommt!

Predigt das Evangelium vom Königreich
Der andere Wunsch, den Jesus hatte, war, dass "… dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt gepredigt wird zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen" (Mt 24,14). Das bedeutet, daß alle unerreichten ethischen Gruppen so bald wie möglich das Evangelium hören müssen. Wusstest du, dass es heute noch mehr als 7'000 unerreichte Volksgruppen gibt, die noch nie etwas von Christus gehört haben? Und etwa 3 Milliarden Menschen in der Welt haben niemanden, der ihnen zeigt, wie sie den "Reset-Knopf" für ihr sündiges Leben drücken können! Es ist so traurig, dass die westliche Kirche nur 0,01% ihrer Finanzen (und Ressourcen) für diese unvollendete Aufgabe investiert, dafür aber sehr viel für Gebäudeunterhalt und Programme zur "geistlichen Unterhaltung" ausgibt. In diesen Wochen haben wir ein unglaublich offenes Fenster, um die Botschaft Christi an viele Menschen um uns herum weiterzugeben! Hoffentlich wird dieses Zeugnis-geben von Christus für einige von uns so sehr zur Gewohnheit, dass uns auch nach der Krise nichts mehr aufhalten kann und wir es bis ans Ende der Welt weiter tun (Apg 1,8)!

Seid immer bereit
In Mt. 24 und 25 (sowie in Lk. 21 und Mk. 13) wird deutlich, dass Jesu Ziel von Anfang an war, dass wir immer auf seine Wiederkunft vorbereitet sein sollten, und er möchte auch, dass wir stark sind, um schwierige Situationen zu überstehen. In diesen Versen lesen wir, dass wir treue Arbeiter sein müssen, die sich nicht scheuen, für Gott einzustehen, den Armen zu helfen und gute Früchte für sein Reich zu bringen. Wir wissen, dass es in den letzten 2000 Jahren verschiedene Epidemien in der Welt gab, bei denen Millionen von Menschen ihr Leben verloren. In dunklen Tagen ist die wahre Braut Jesu immer stärker geworden, und die wahren Jünger wurden wieder dazu gedrängt, auf ihren Füßen zu stehen, aus ihren Tempeln auszuziehen, Menschen in Not zu helfen, ihre Ressourcen zu teilen, das Evangelium vom Königreich zu predigen und im Geist mitten im Sturm zu wandeln!

Wir stehen unter Hausarrest, sind aber wirklich frei im Königreich Gottes
In den letzten Monaten sind die wichtigsten Idole der "Freiheit & Unabhängigkeit" unserer westlichen Gesellschaft stark konfrontiert worden. Die Menschen werden gedrängt, den gegebenen Anweisungen zu folgen, und die Leiter müssen ihre Bedürfnisse und egoistischen Motive beiseite schieben, um sich um ihre Nationen zu kümmern. Das klingt so unglaublich normal und gesund, nicht wahr? Ein Mensch, der Gott liebt und gejüngert wurde , weiß, dass seine wahre Freiheit im liebenden Gehorsam gegenüber Gott liegt und ein Nachfolger Christi hat gelernt, sich den Autoritäten zu unterordnen (Röm 13,1) und ständig für sie zu beten. Wir wissen, dass die wirkliche Lösung für das Covid-19-Problem in Gott und seinem Reich liegt. Das Königreich Gottes war das zentrale Thema der Lehren Jesu Christi auf Erden. Das Konzept des Reiches Gottes in seinem ursprünglichen und reinen Sinn ist in unserer modernen Welt verloren gegangen, weil die meisten Prototypen entweder durch Religion ersetzt oder völlig aufgegeben wurden. Das Reich Gottes umfasst viele Prinzipien (Werte), die, wenn sie sorgfältig bedacht und gelebt werden, die Vorteile eines Lebens im Reich Gottes hervorbringen. Gottes verwandelndes Wirken in unserem Leben hat nicht die Absicht, uns zu Teilnehmern einer neuen religiösen Gruppe zu machen, sondern will uns stattdessen zu Bürgern Seines Reiches formen, "einer heiligen Nation" und "eines auserwählten Volkes", die für Seine Zwecke auf Erden abgesondert sind. Für die meisten Gläubigen ist es schwierig, die Realität von Jesu Königsherrschaft in der heutigen Welt zu verstehen. Deshalb vereinfachen so viele von uns die Dinge, indem sie denken, dass er König sein wird, wenn wir in den Himmel kommen. Er ist aber hier und jetzt - auf Erden - unser König. Die Bibel sagt, dass das Königreich Gottes ein wirkliches Königreich ist, mit Bündnisrechten für seine Bürger, Statuten, Gesetzen und sogar einer Königreichsregierung. Dies ist das Gesetz, über das der Apostel Paulus sagt: "Ich bin in dem Gesetz Christi" (1. Kor 9,21). Die Bibel sagt, dass diese Regierung, die von Christus, dem König, und seinen wahren Jüngern (denjenigen, die Christus gehorchen) geführt wird, über alle Nationen der Erde tausend Jahre lang herrschen wird. "Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit." (Offb. 11,15). Wenn wir in der Covid-19-Ära in sein Königreich eintreten und darin leben, gilt folgendes für uns: “Und der HERR wird dich zum Kopf machen und nicht zum Schwanz, und du wirst immer aufwärts steigen und nicht heruntersinken, weil du gehorsam bist den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete zu halten und zu tun" (5. Mose 28,13). Gott wird die notwendigen Ressourcen, Ideen und Lösungen bereitstellen, die die Welt nicht hat und nicht begreifen kann. In dieser herausfordernden Zeit hilft uns Gott, und er wird uns für die Arbeit in seinem Reich gebrauchen. Überall auf der Welt sind wir beeindruckt vom Mut und der Kühnheit einiger Gläubiger, die in diesen Wochen ihren Städten mit sozialen Projekten und Taten der Barmherzigkeit helfen. In Wuhan (China) wurde den örtlichen Gemeinden, die noch vor wenigen Monaten von der Regierung verfolgt wurden, offiziell für ihren wertvollen Beitrag zur Krise gedankt!    

Gott will seine Kirche (Ekklesia) auf einem guten (Jesus) Fundament bauen
Der Vater versprach, das Zerstörte wieder aufzubauen und das Geraubte wieder einzupflanzen: "Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen." (Psalm 127,1). Er erwies sich als rechtschaffener, mächtiger und gerechter Richter. Er versprach, sich als geduldiger, mitfühlender und barmherziger Erlöser zu erweisen. Er ist ein Wiedererbauer, und der Wiederaufbau begann, als er seinen Sohn sandte. Als Gott versprach, uns wieder aufzubauen, gab er uns ein neues Herz und einen neuen Bund. Anstatt uns zu zerstören, wie wir es verdient hätten, liess er seinen eigenen Sohn ans Kreuz nageln (Johannes 3,16). Anstatt unsere erbärmlichen Abwehrmechanismen und Ausreden zu zerbrechen, sandte er seinen eigenen Sohn, damit sein Leib an unserer Stelle zerbrochen wurde (1. Kor 11,23-26). Anstatt unsere Rebellion zu stürzen und uns in die Hölle zu werfen, warf er seinen eigenen Sohn den Wölfen des Bösen vor, wo er gekreuzigt wurde (Apg 2,23). Jesus hatte einen apostolischen Auftrag, den er auch als solchen beschrieb: "ich baue meine Gemeinde (Ekklesia)" (Mt 16,18). Das Wort Ekklesia war keineswegs ein religiöser, sondern ein politischer Ausdruck. Die Menschen in den Tagen Jesu verstanden den Begriff sehr gut; er gehörte zu ihrem säkularen Wortschatz. Es war eine "gesetzliche Versammlung", eine Versammlung, die eine Stadt oder eine Region repräsentierte. Christus ist selbst der Eigentümer und Baumeister, und nur diejenigen, die eine Offenbarung von ihm haben, werden für dieses Gebäude nützlich sein. Unsere Aufgabe bei diesem Bauprojekt ist eine andere, wir sind aufgerufen, Jünger zu machen und: "lehrt sie, alles zu befolgen, was Jesus uns geboten hat" (Mt 28,20).

Wiederaufbau in unserem eigenen Leben
Gott will wieder aufbauen, was in uns noch zerbrochen ist. Er will uns das Geheimnis der Zufriedenheit lehren, wenn wir vor Herausforderungen oder Enttäuschungen stehen und er will uns Weisheit und Urteilsvermögen, Geduld und Freude an der Arbeit zu schenken, zu der er uns berufen hat. Er will uns von jeder Sünde reinigen, die uns umstrickt und will uns ins Bild von Jesus verändern, wenn wir ihn darum bitten und ihm vertrauen: "Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte." (Jer 17,7-8). Wenn du noch nicht gläubig bist, ist es jetzt an der Zeit, dich Gott zuzuwenden, denn "...Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen." (Joh 3,3). Wenn du ein Gläubiger aber kein Jünger bist, triff eine radikale Entscheidung und wende dich an einen reifen Gläubigen, der dir bei einigen wichtigen Wachstumsschritten zur Seite stehen wird. Diese Person wird beten und dir helfen, geheilt und befreit zu werden damit du deine Vergangenheit und deine Verletzungen hinter dir lassen kannst. Diejenigen, die im Glauben reifer sind, könnten eine Liste von Menschen aufstellen, die sie gerne erreichen möchten, und Gott bitten, ihnen zu zeigen, wen sie individuell zu Jüngern machen sollten. Jüngerschaft ist nicht die Weitergabe biblischen Wissens von Intellekt zu Intellekt, sondern eine Charakterschule. Deshalb sagte Paulus der Gemeinde in Korinth, dass sie mehr Väter und weniger Lehrer brauchen würde (1. Kor 4,15). Im Prozess der Jüngerschaft wird Gott dich furchtlos, zufrieden und fruchtbar machen, selbst in diesen verwirrenden, beunruhigenden und herzzerreißenden Tagen.

Wiederaufbau in unserer Familie
Unter den gegebenen Umständen hast du vielleicht mehr Zeit für deine Familie als sonst. Mit dem Lock-down bleiben viele zu Hause und arbeiten von zu Hause aus und verbringen dadurch mehr Zeit mit ihrer unmittelbaren Familie als je zuvor. Dies ist eine unglaubliche Gelegenheit, unsere Familie mit den Prinzipien des Königreichs wieder aufzubauen und sie zu trösten, sie zu lieben, sie für die bevorstehenden überwältigenden Prüfungen (erwartete und unerwartete) zu stärken, Harmonie und Heilung in angespannte Beziehungen zu bringen, um endlich unsere Söhne oder Töchter in Sein Königreich zu führen. Es ist bekannt, dass viele unserer sozialen Probleme ihre Wurzeln im Zusammenbruch unserer Familien haben. Viele Paare und Familien bräuchten Hilfe von außen, um an ihren Konflikten zu arbeiten, und sie brauchen Bereitschaft und Demut, Jüngermacher (und Eheberater) einzubeziehen, um ihnen bei der Lösung von langfristigen Konflikten und Kommunikationsproblemen zu helfen. Wir können unsere Familie in eine Hausgemeinde verwandeln und das Wort Gottes in unserem täglichen Leben in die Tat umsetzen.

Wiederaufbau unserer Gemeinschaft
Wir können auch unsere Gemeinschaften und Gemeinden wieder aufbauen. Das Zentrum der christlichen Gemeinde ist nicht das Programm, sondern die Beziehung zu Gott und zueinander. Jesus brauchte kein "Kirchengebäude", um Jünger zu machen. Er modellierte eine Gemeinde, in der sich die Gläubigen weiterhin in kleiner Einheit trafen, und wie wir in Apostelgeschichte 2 sehen, wurden die Jünger daran gewöhnt, gemeinsam zu beten, zu reden und die Lehren Christi zu verarbeiten, zusammen zu essen und das Leben miteinander zu teilen. Vor etwa 20 Jahren sagte uns Gott, dass wir uns in diese Richtung bewegen sollten, denn in Zukunft werden wir keine großen Versammlungen mehr abhalten können (Kirchen ohne Mauern waren Jesu Art, Gemeinschaft zu praktizieren). Wir sind ermutigt zu sehen, wie in diesen Wochen die meisten unserer Teams ihre Aktivitäten und Projekte fast normal weiterführen können. Einige unserer Gemeinschaften in ganz Europa haben beschlossen, zusammen zu arbeiten und zu leben, Ressourcen zu teilen, Lebensmittel und Vitaminreserven zu lagern und sogar alternative Energiequellen zu finden! Ein weiteres wichtiges Element in unserer Gemeinschaft ist die Frage der Einheit. Zur Zeit hoffen viele, dass einige neue Gebetsveranstaltungen scheinbar die Einheit unter Gläubigen und Kirchen gebracht haben soll, die sich alle gewünscht haben. Wir sollten nicht vergessen, dass in der Bibel wahre Einheit nicht durch Anlässe und Emotionen erreicht wird, sondern durch den Heiligen Geist, der in uns wirkt und uns hilft, uns selbst aufzugeben… "bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi" (Eph 4,13). Mit anderen Worten, die Einheit, die wir anstreben, ist die Einheit in der Wahrheit. Paulus drückt diese Gemeinsamkeit so aus: "so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid." (Phil 2,2 und 4,2). Alles soll im Einklang mit Christus sein, und "Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß" (Röm 15,5).

Wiederaufbau unserer Arbeit
In diesen Tagen der Unsicherheit aufgrund der weltweiten Epidemie leiden die Geschäfte, und viele von ihnen werden wegen des Ausbruchs von Covid-19 scheitern. Wir sollten nicht vergessen, dass die Corona-Krise die Armen mehr als die meisten anderen betrifft. Aber auch Millionen von Selbständigen und Angestellten haben ihre Arbeit und ihr Einkommen verloren. Es gibt nun noch mehr Menschen, die als Tagelöhner in der informellen Wirtschaft arbeiten, keine Sicherheitsnetze haben und in einer erneuten Lockdown-Situation in ihrer Existenz bedroht sind. Viele Menschen auf der ganzen Welt haben nur begrenzten oder gar keinen Zugang zur Gesundheitsfürsorge. Dies ist eine Gelegenheit, dein Geschäft als ein Königreichs-Geschäft mit Weisheit, Mitgefühl und Kreativität zu führen. Ein Königreich-Geschäft ist ein Unternehmen, das vom Heiligen Geist und von einem gottesfürchtigen Leiter geleitet wird, der seine Zeit, sein Talent und sein Geld dafür einsetzt, die geistlichen und/oder körperlichen Bedürfnisse der Gemeinschaft um sich herum zu erfüllen und um Gottes Plan voranzubringen. Wir haben vor einigen Wochen beschlossen, ein neues Gesundheits-Coaching-Geschäft zu gründen, das Menschen dabei helfen soll, Hilfe bei den körperlichen Herausforderungen zu bekommen und neue Hoffnung in Gott zu finden. Wir bereiten uns auch auf die nächste Krise vor, die voraussichtlich im wirtschaftlichen Bereich und mit begrenztem Internetzugang sein wird. Dafür haben wir einige Synergiegruppen gegründet, um Ideen und Visionen zu diskutieren, wie dann solide Projekte gebaut werden können.  

Wiederaufbau unserer Nation
Wir sind von Gott dazu berufen, unsere zerbrochenen Nationen wieder aufzubauen. Dies umfasst, tiefe und wachsende Rassenunterschiede und die internationale Feindschaft zu überwinden, die Pläne böser Herrscher zu durchkreuzen und den Führern unserer Nation die Botschaft des Reiches Gottes zu überbringen. Wir sollen uns nicht von Kriegsdrohungen einschüchtern lassen, sondern Frieden stiften. Unser Auftrag gilt den Leidenden und den Familien, die die Hoffnung für die Zukunft verloren haben. Um alle Nationen zu Jüngern zu machen (Mt 28,18), müssen wir Gottes Willen über unseren eigenen stellen. Es erfordert Engagement und Opfer, aber wenn wir Gottes Königreich an die erste Stelle setzen (Mt 6,33) und sein Werk in dieser Welt tun, wird er für uns sorgen. Eine Königreichs-Denkweise beginnt mit der Erkenntnis, dass es nicht um uns geht. Gott braucht uns nicht, um seinen Willen in der Welt zu erfüllen, obwohl er uns einlädt, an seiner Mission mitzuarbeiten. Doch er heiligt uns in Christus durch unseren gehorsamen Dienst. Wenn verschiedene Leiter, Gemeinschaften und Gruppen gemeinsam auf dieses größere Ziel des Königreichs hinarbeiten, wird die Wirkung in unseren Regionen und Städten exponentiell sein. Als Nachfolger Jesu wissen wir, dass unser Erlöser die Angelegenheiten der Nationen lenkt.

Gott hat uns den Auftrag gegeben, "... den Armen eine gute Nachricht zu bringen ...die gebrochenen Herzen zu verbinden ...den Gefangenen Freiheit zu verkünden ...alle Trauernden zu trösten und denen, die trauern, eine KRONE der Schönheit statt Asche, das Öl der Freude statt der Trauer und ein Gewand des Lobes statt eines Geistes der Verzweiflung zu schenken" (Jesaja 61).
Interessante Tatsache: "Corona" bedeutet wörtlich "Krone"! Wenn du etwas genauer hinter die Krone (Corona) schaust, wirst du bald den König kommen sehen!